Heizkosten: Was bringt der milde Winter?
Die Antwort auf die Frage ergibt sich letztlich aus der Lösung einer Gleichung, die sich aus drei Bestandteilen zusammensetzt: Unterschied der Temperatur zum vorangegangenen Winter, Preise für Heizenergie und Heizverhalten. Wenn das Heizverhalten gegenüber einem kalten Winter bei konstanten Preisen für die Heizenergie unverändert bleibt, können Haushalte im Falle eines milden Winters durchaus eine Menge sparen. In einem praktischen Beispiel hat die Verbraucherzentrale Sachsen ausgerechnet, dass ein Durchschnittshaushalt mit einer 70-Quadratmeter-wohnung mit jährlichen Heizkosten in Höhe 1.000 Euro in einem milden Winter, indem sie 20 Prozent weniger Heizenergie verbrauchen als im Jahr 2010, rund 160 Euro sparen kann. Zum Jahreswechsel haben allerdings zahlreiche Gasanbieter ihre Preise erhöht, so dass sich die Preise für Heizenergie für die Mehrheit der Haushalte in Deutschland weiter erhöht haben. Dies schmälert die Einsparung bei den Heizkosten je nach Höhe des Preisanstiegs. Es ist deshalb bei einer Gaspreiserhöhung ratsam, zu einem günstigeren Gasversorger zu wechseln. Für Verbraucher, die mit Fernwärme versorgt werden, stellt sich die Sache anders dar, weil die Wärmelieferung nicht dem Anwendungsbereich des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) unterliegt, das für leitungsgebundene Strom- und Gasversorgung gilt. Damit gibt es keine behördliche Vorabkontrolle bei der Preisgestaltung und weder die Bundesnetzagentur noch die Schlichtungsstelle Energie sind zuständig. Fernwärmelieferanten können somit Einsparungen bei den Heizkosten durch Preiserhöhungen aufheben, ohne dass der Verbraucher zu einem günstigeren Lieferanten wechseln kann.Fernwärme-Kunden sollten deshalb bei der nächsten Jahresrechnung eine kritische Bewertung des eigenen Verbrauchs durchführen und darauf achten, ob veränderte Kosten aus einer Preiserhöhung oder aber aus ausverändertem Heizverhalten resultieren. |