Gaspreis: Trügerische Ruhe bei der JahresabrechnungGaskunden sind finanzielle Nackenschläge leider gewohnt: Millionen Haushalte mussten bei der Jahresabrechnung im vergangenen Jahr saftige Nachzahlungen leisten. Das wird dieses Jahr wahrscheinlich nicht so sein - doch wer sich darauf ausruht, begibt sich auf sehr dünnes Eis.
Ein Blick in die Gaspreis-Datenbank von Gastipp.de bestätigt diesen Trend: Schon haben die ersten regionalen Gaslieferanten Preissteigerungen angekündigt: Zum ersten März werden über 100 Versorger die Preise erhöhen. Die jetzt angekündigten Tarifsteigerungen betreffen nur die Grundversorgung. Hier sind die Gaslieferanten gesetzlich verpflichtet, die Tariferhöhungen langfristig anzukündigen. Wer einen Tarif außerhalb der teuren Grundversorgung hat, muss jedoch zusätzlich mit kurzfristigen Preissteigerungen rechnen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es ostdeutsche Kunden besonders hart treffen wird. Mitgas hat für seine 181.000 Kunden Erhöhungen um über zehn Prozent angekündigt. Bei einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden sind das 146 Euro pro Jahr. Erneut hilft ein Blick in den Gastipp.de-Vergleichsrechner: Für einen Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden (das entspricht einem durchschnittlichen Haus mit 100 Quadratmetern) kann man für die Postleitzahl 04229 in der Grundversorgung der Stadtwerke Leipzig 1.929,75 Euro bezahlen - oder aber nur 1.175,72 Euro bei der Gas- und Energiegenossenschaft Ost- und Mitteldeutschland. Wer noch mehr sparen will, kauft ein Gaspaket mit Vorauskasse und zahlt hierfür 1.049 Euro bei den Stadtwerken Heidenheim. Das macht eine Ersparnis von rund 870 Euro!
![]() Das Trügerische daran ist, dass sich in den jetzt kommenden Nebenkosten- und Jahresabrechnungen dieser Trend nicht ablesen lässt. Natürlich ist es gut, dass die Verbraucher für 2009 kaum etwas werden nachzahlen müssen - aber dafür trifft es die Kunden dann mit der nächsten Abrechnung umso kräftiger. Wer seinen Gasanbieter nicht wechselt, sollte für die Abrechnung des Jahres 2010 jetzt schon einmal Geld zurücklegen. Und noch einen Grund für den Wechsel gibt es: Die Preiserhöhungen sorgen auch dafür, dass die Preisunterschiede stärker als vorher sind. Wer noch bei einem teuren Versorger unter Vertrag ist, kann mit einem Wechsel mehr sparen als zuvor.
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