Um den steigenden Bedarf an Erdgas in Deutschland zu decken, ist der Bau neuer Gas-Pipelines notwendig. Die Baukosten einer Gasleitung sind immens - viele verschiedene Arbeitsschritte sind notwenig, um eine Gas-Pipeline an Land zu verlegen.
Die unterirdische Verlegung einer Erdgasleitung an Land ist aufwendiger als die Trassierung durch ein Meer. Dank moderner Technologie werden pro Tag etwa 300 Meter bewältigt. Zum Vergleich: Ein Verlegeschiff kann in 24 Stunden bis zu drei Kilometer Rohrstrang versenken.
Pro Baustelle sind bis zu 200 Spezialisten im Einsatz. Zunächst wird der Mutterboden abgetragen, anschließend sorgt ein Vorbereitungstrupp für Baufreiheit. Seine Aufgabe ist es, Baustraßen zu errichten, Brücken über Bäche für Baufahrzeuge zu bauen und Bäume mit Schutzmänteln vor Baggern zu schützen. Anschließend bringen Tieflader die Rohrsegmente von den Lagerplätzen, die im Trassenverlauf im Abstand von etwa zehn Kilometern angelegt wurden. Gleichzeitig werden, wo dies erforderlich ist, Rohrteile vor Ort im Kaltverfahren gebogen.

Das Verschweißen der ausgelegten Rohre erledigen zeitgleich sieben Schweißraupen, die jeweils eine Schweißkabine im Fließbandverfahren den Rohrstrang entlang führen. Pro Schweißnaht werden auf diese Weise sieben Schweißlagen ausgeführt. Bevor die Isolierkolonne die Anschlussstellen mit Kunststoff sichert, untersuchen TÜV und Prüffirmen mit Ultraschall- und Röntgenverfahren noch einmal die Nähte.
Anschließend heben Bagger den Verlegegraben aus. Mit insgesamt zehn Rohrlegeraupen, die im Abstand von 25 Metern positioniert sind, wird der Leitungsstrang dann in den Graben gehoben. Nach der Verlegung eines Lichtleiterkabels zur Überwachung der Trasse wird der Graben mit dem Rohrstrang später verfüllt. Die Leitung soll mindestens einen Meter unter der Erdoberfläche liegen.
(ddp/som/jgu)