Opal-Erdgasleitung: Fundgrube für Archäologen

Seit 2007 untersuchten Archäologen vor dem Bau der Erdgasleistung Opal den 103 Kilometer langen Trassenabschnitt durch Mecklenburg-Vorpommern. Dazu wurden an mehr als 100 Verdachtsstellen geomagnetische Untersuchungen angestellt und gegebenenfalls sogenannte Suchschnitte ausgeführt.

Bei den Entscheidungen, wo zu graben ist, stützten sich die Experten nicht nur auf bereits bekannte Bodendenkmäler, sondern auch auf Eintragungen in den rund 300 Jahre alten schwedischen Karten, mit denen damals die Provinz Pommern erfasst wurde.

Besonderes Augenmerk richteten sie auch auf die vier großen Niederungen Ziese, Peene, Uecker und Zarow, die von der Erdgasleitung gequert werden müssen. Gegraben wurde an insgesamt 53 Stellen.

Dabei stießen die Experten auf Funde, die von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter datiert wurden. Zu ihnen gehörten Scherben eines Trichterbechers bei Belling und Bruchstücke einer Flintsichel (Heinrichsruh), ein steinzeitlicher Brandherd bei Stolpe sowie ein sehr gut erhalten gebliebener Siedlungsplatz aus der vorrömischen Eisenzeit bei Pasewalk.

Siedlungsbefunde aus der römischen Kaiserzeit legten die Grabungsteams bei Wusterhusen, Steinfurth und Anklam frei. Bedeutsame Keramik der Slawen sowie aus dem Mittelalter wurde unter anderem bei Gustebin und auf dem Terrain des ehemaligen Klosters Stolpe entdeckt.
 
Auch die gegenwärtig laufenden Bauarbeiten, bei denen die Rohrleitung in einen mehrere Meter tiefen Graben verlegt werden muss, werden von Archäologen fachlich begleitet. (ddp/som/fgr)

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