Leipziger VNG bleibt in ostdeutscher Hand

Der Verhandlungs-Poker um den Leipziger Gas-Importeur Verbundnetz Gas (VNG) ist entschieden – zu Ungunsten des niedersächsischen Gasversorgers EWE. Der Aufsichtsrat der Stadtwerke Halle stimmte stattdessen gestern Abend für den Verkauf der VNG-Anteile an einen Zusammenschluss ostdeutscher Kommunen, die VNG Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft (VuB).

Die Stadt Halle hielt 3,66 Prozent der Anteile und erzielte letztendlich einen Verkaufspreis von 90,8 Millionen Euro. Halles Oberbürgermeisterin und Vorsitzende des Stadtwerke-Aufsichtsrates, Dagmar Szabados, zeigte sich zufrieden. Der Aufsichtsrat habe einvernehmlich entschieden, so Szabados gegenüber dem Radiosender MDR Info. Mit dem Geld, das Halle nun erhält, sollen vor allem Schulden der Saale-Stadt bezahlt werden.

Um die Übernahme durch die noch zehn in der VuB zusammengeschlossenen kommunalen Aktionäre war lange gerungen worden. Wäre die Oldenburger EWE zum Zuge gekommen, hätten die ostdeutschen Anteilseigner ihre Sperrminorität und damit die Kontrolle über die VNG verloren.

Die ostdeutschen Kommunen befürchteten, dass mit dem Verlust auch Arbeitsplätze verloren gehen würden. Das wäre zum Beispiel der Fall gewesen, wenn die Firmenzentrale aus Leipzig abgezogen worden wäre. Halle war vor diesem Hintergrund in einer lukrativen Verhandlungsposition. Erst als die VuB ihr Angebot verdoppelte, erhielt sie den Zuschlag.

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